Walter Kinast

Karlsfeld

Das besondere Stück

 

Eine seltene Variante der bayerischen Militär-Verdienst-Medaille
des letzten Typs mit kleinem Brustbild

In diesem Beitrag stelle ich eine wohl weitgehend unbekannte silberne Militär-Verdienst-
Medaille des Typs 1d) vor, welche mit einem Typ 1c) leicht verwechselt werden kann (sh. hierzu
auch den Beitrag über die Prägevarianten der königlich bayerischen MVM im Heft 1 der MuP
oder aber den gleichnamigen Beitrag auf der Internet-Seite der Orders & Medals Society of
Amerika, kurz OMSA). Königlich Bayerische Militär-Verdienst-Medaillen in Gold hatten immer
ein Gewicht von 6 Dukaten (1 Dukat hat ein Gewicht von 3,49 g, davon sind 986/1000 Anteile
Gold, was einen Feingoldanteil von 3,44 g entspricht).

Aufgrund der Vorder- und Rückseitenprägung handelt es sich hier eindeutig um eine Medaille
des Typs 1d), jedoch besitzt sie, wie die Typen 1a) – 1c), eine dünnere Öse aus gezogenem
Silberdrahtprofil, welche außen scharfkantig und innen abgerundet ist. Auch das Gewicht liegt
wie bei den Typen 1a) – 1c) zwischen 14 und 15 g.

Vergleich der Typen 1a) bis 1d) var.:

Es wäre möglich, dass nach Einführung des von Dietrich Uhlhorn entwickelten
Kniehebelpresswerkes im Jahre 1827 im Hauptmünzamt München vereinzelt Medaillen mit den
neu angefertigten Prägestempeln mit geringerem Gewicht geprägt wurden. Warum und ab wann
die Gewichtserhöhung bei den silbernen Militär-Verdienst-Medaillen stattfand, ist mir nicht
bekannt. Spätere Verleihungen dieser Variante (ab 1849) können auch nicht ausgeschlossen
werden. Eine Medaille dieser Art, allerdings schon mit einer dickeren Öse soll nach einem mir
vorgelegten Foto existieren. Die genaue Machart der Öse kann man darauf leider nicht
vollständig erkennen. Der auf den Foto sichtbare Querschnitt des Ösendrahtes weist jedoch
Unterschiede zu der allgemein bekannten dickeren Öse des Typs 1d) auf.

Auf den Beitrag über die Prägevarianten der königlich bayerischen MVM, wie oben schon
erwähnt, sei nochmals hingewiesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich hoffe, dass dieser kleine Beitrag bei der geneigten Leserschaft Anklang findet und dadurch
für Interessierte die „Bayerische Militär-Verdienst-Medaille“ bzw. „Bayerische
Tapferkeitsmedaille“ noch ein wenig interessanter wird. Für Hinweise, Berichtigungen oder
Ergänzungen wäre ich über eine Nachricht an den Verlag „Weber“ sehr dankbar. Regelmäßig bin
ich auch auf der kostenlosen Internet-Plattform „Sammlergemeinschaft Deutscher
Auszeichnungen“ (SDA), zugleich Internet-Forum der DGO, unter den Mitgliedsnamen „waldo“
erreichbar und beantworte auch gerne, soweit es mir möglich ist, Fragen zum Thema Bayerische
Militär-Verdienst-Medaille.

 

 

Copyright © 2020 Walter Kinast.  All rights received.

 

Thank you for your interest regarding this article.

This article was originally published in: Militaria & Phaleristik. Magazin für Sammler militärhistorischer-und zeitgeschichtlicher Antiquitäten. Nr. 6, Januar – April 2020. ISSN 2570 – 110X. Verlag Weber, Schönau.

The author Walter Kinast has graciously allowed the article to be reproduced here for the benefit of OMSA members and other site visitors.  This article is a supplement to Mr. Kinast’s catalogue of die variations regarding the Royal Bavarian Military Merit Medal.  Prior to these publications, much of this information was unknown.  The author’s years of extensive research have resulted in this pioneering work which will undoubtedly remain the standard catalogue for these historically important items for many years to come.

Comments are welcome.

– Lorin

 

 

1 Comment
  1. Servus Lorin,

    Thank you for your words of praise. In fact, there is a lot of interesting information relating to the Bavarian Military Merit Medal that is not known to everyone and may not have been known at all. Since my main interest in Bavarian medals and decorations belongs to the Bavarian Military Merit Medal, it is possible for me to do research specifically in this direction. I am grateful for all information. You have already given me a lot of information and pictures, for that I would like to thank you again. I hope that this information will lead to further discussions here and at other forums.

    Greetings from Bavaria
    Walter

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